Unser Jour Fixe
Renko-Abend: ein gemeinschaftliches "Ketten-Denken"
Leitung: Univ.
Prof. Dr. Franz M. Wimmer, Dr. Hakan
Gürses
Do.
11. Mai 2006, 19 Uhr
AAI - Großer Saal
Türkengasse 3, 1090 Wien
AAI
(Afro-Asiatisches Institut)
Die Idee "Renko" geht
zurück auf eine japanische Tradition innerhalb der Dichtkunst, das "renga" oder
"Kettengedicht". Mit dem Neologismus "Renko" sollte ein "Kettendenken"
bezeichnet werden. Beim "renga" handelt es sich um eine Form des Dichtens. Es
geht darum, dass eine unbestimmte Anzahl von Menschen -- es können bis zu
hundert sein -- zusammen ein Gedicht hervorbringen, wobei jeder auf den Text
seines Vorgängers reagiert, diesen weiterführt, dabei aber etwas Anderes, Neues
einbringt. Das Ergebnis ist nicht das Werk irgendeines/r der TeilnehmerInnen,
sondern aller zusammen. Der Sinn des Unternehmens liegt darin, als Gruppe etwas
zu tun, wobei Rangunterschiede oder Spannungen und Feindschaften zwischen den
TeilnehmerInnen ausgeschaltet sind.
Unser aktueller
Tipp
Vortrag: Identitätsfragen und Neotraditionalismus: Relationen und
Strukturen
Univ. Ass. Dr. Jameleddine Ben
Abdeljelil
Montag, 8. Mai 2006, 18h30
Berggasse17, 1090
Wien
IWK (Institut für Wissenschaft und
Kunst)
Eine essentialistische Konzeption der Identität führt nicht nur zu einer
statischen metahistorischen Auffassung der Identitätsfragen, sondern, im Falle
multikultureller und multiethnischer Gesellschaften, zur weiteren
essentialistischen Subidentitäten, die dann als konserviert unveränderbar
konzipiert werden. Die "Neutralität" könnte, in einem solchen essentialistischen
hegemonialen Kontext nach Innen übertragen, als "Neutralisierung der Anderenî
interpretiert werden. Solche Positionen sind im 21. Jahrhundert bei
traditionalistischen bzw. neotraditionalistischen, nationalistischen und
fundamentalistischen Tendenzen noch stärker festzustellen. In diesem
Zusammenhang ist es angebracht, Strukturen und Relationen solcher Begriffe näher
zu erörtern.